Ölpreisschock, hohe Zinsen, Dollaranstieg: Setzt sich die Goldkorrektur fort?
Der Goldpreis erholte sich in den letzten Handelstagen wieder auf aktuell 4.564 $, nachdem dieser vor einer Woche kurzzeitig auf 4.100 $ eingebrochen war. Der vorherige Wochenverlust auf 4.500 $ stellte den stärksten Preisrückgang seit 43 Jahren (1983) dar. Investoren und Analysten sind vom "Safe-Haven Paradoxon" verunsichert, da der Goldpreis trotz der Eskalation im Mittleren Osten fällt, was dem gängigen Narrativ und Markterwartung widerspricht.
Vor dem Crash war sich der Markt weitgehend einig, dass ein Krieg nur bullish für den Goldpreis sein könne, was vor Kriegsausbruch eingepreist wurde und der letzte Bulle noch einmal kaufte, bei ungebrochen bullischen Sentiment, wobei lediglich ein tieferes Hoch im Markt ausgebildet wurde.
Die Explosion des Rohölpreises, höhere Marktzinsen und gestiegene Inflationserwartungen zerstörten die in den Goldpreis eingepreiste Hoffnung auf Zinssenkungen der US-Notenbank und brachten neue Sorgen vor einer größeren Rezession. Die Fed ist mittlerweile komplett zurückgerudert und erste Notenbanker sprechen von Zinserhöhungen anstatt Zinssenkungen in diesem Jahr. Die RBA hob die Zinsen bereits als erste Notenbank an und auch die EZB signalisierte kürzlich mögliche Zinsanhebungen aufgrund gestiegener Inflationserwartungen, wobei der Markt zwei Zinsanhebungen bereits einpreist und der Euro auf 1,144$ fiel. Das zuvor bullische Narrativ für Gold hat sich damit vollständig gedreht, was erklärt, warum viele Marktteilnehmer in diesem spekulativ völlig überlaufenen Long Trade die Reißleine zogen und verkauften.
Nun rächt sich, dass zumindest der letzte Teil der historisch starken Goldrallye von über 150% der letzten beiden Jahre spekulativ getrieben wurde und fundamental zumindest kurzfristig nicht untermauert war. Mit Margin Calls aufgrund des Krieges hatte der kürzliche Preiseinbruch jedoch nichts zu tun, da sich die Aktienmärkte bislang relativ stabil gehalten haben. S&P500 und NASDAQ haben in der letzten Woche jedoch wichtige Unterstützungen nach unten durchbrochen und korrigieren seither. Je länger der Krieg anhält und je höher der Ölpreis ansteigt, desto stärker die deflationären und rezessiven Einflüsse auf die Wirtschaft und die Aktienmärkte, was irgendwann auch den Gold- und insbesondere den zyklischen Silberpreis weiter negativ beeinflussen wird.
Der USD-Index (DXY) stieg mittlerweile mit 100,5 Punkten wieder auf ein 11-Monatshoch an und ist im Begriff diesen wichtigen Widerstand bei 100 Punkten nachhaltig zu durchbrechen. Eine folgende Short-Eindeckungsrallye würde das Narrativ des Desbasement-Trades widerlegen, auf den ebenfalls ein Großteil der letzten Phase der Goldrallye gründete. Eine Dollarrallye würde weiteren Verkaufsdruck auf den Gold- und Silbermarkt mit sich bringen.
Die Gold- und Silberminenaktien halten sich bisher relativ stark, angesichts des starken Preisrückgangs bei Gold und Silber. Während der Goldpreis rund 19% vom Allzeithoch verlor, verbucht der HUI-Goldminenindex bisher nur ein Minus von 25,3%. Die steigenden Zinsen belasten im Risk-Off-Umfeld jedoch auch die Bergbauunternehmen und der hohe Rohölpreis erhöht die energieintensiven Produktionskosten, was sich stark auf die Margen auswirken wird. Margin Calls, Deleveraging und Rezessionsangst treffen Aktien härter als physisches Gold oder Futures, weshalb die Minenaktien noch weiter korrigieren können in den nächsten Monaten, wenn das aktuell Umfeld weiter anhält.
Ölschock - warum die Inflation nicht breitflächig anziehen wird
Der Anstieg des Rohölpreises wird sich voraussichtlich in vier bis zwölf Wochen als Kostenschub in den europäischen und amerikanischen Importpreisen niederschlagen, was die Weltwirtschaft in eine Rezession kippen könnte.
Ein Anstieg der Inflation auf breiter Front erfordert jedoch eine Ausweitung der unterliegenden Geldmenge, die wir aktuell nicht haben. Im Gegenteil hat die Fed ihre Bilanz von neun auf unter sieben Billionen US-Dollar reduziert.
Ohne frische Liquidität im System ist der Ölschock kein monetäres Inflationsereignis, sondern ein relativer Preisschock, der die Inflationserwartungen nicht dauerhaft erhöhen wird. Energie- und Rohölabhängige Produkte erfahren Preissteigerungen, doch der Konsument hat nicht mehr Geld in der Tasche. Er muss bei Luxusgütern, wie Restaurants, Automobilen, Kleidung, Elektronik und Reisen einsparen. Während die Headline-Inflation durch die Energiekomponente optisch hoch bleibt, wirkt im Kern ein deflationärer Impuls durch eine fallende Nachfrage nach allem, was nicht lebensnotwendig ist. Auch historisch haben Energieschocks nie zu einem permanenten Inflationsanstieg geführt.
Für Gold und insbesondere die zyklischen Industriemetalle Platin und Palladium, jedoch auch Silber, dessen Nachfrage zur Hälfte industrieller Natur ist, wäre dieses Szenario ein stark belastender Faktor und würde deren Preise weiter drücken.
Notenbanken mit dem Rücken an der Wand
Der Ölpreisschock wird die Inflationserwartungen daher nicht dauerhaft entankern. Selbst wenn die Fed Liquidität zuschießen wollte, wäre dies kontraproduktiv, weshalb die Fed nicht agieren wird. Eine Geldmengenausweitung in einem Umfeld, in dem die Inflation und die Zinsen ohnehin hoch sind, würde die Zinsen am langen Ende nur weiter nach oben treiben und die Wirtschaft noch stärker abwürgen.
Der Markt preist bereits zwei Zinserhöhungen der EZB für dieses Jahr ein und das geldpolitische Umfeld dreht sich global in Richtung Restriktion, nicht Expansion. Angebotsschocks sind nichts, dass die Notenbanken durch frische Liquidität adressieren könnten, weshalb diese stillhalten dürften. Powell sagte dazu, dass „die Werkzeuge der Fed keinen bedeutenden Einfluss auf Angebotsschocks haben“. Weiterhin sagte Powell in seiner Rede an der Harvard Universität, dass er „keine Verbindungen vom Markt der Privatkredit zu den Banken sieht“.
Was wir möglicherweise erleben, ist eine Rückkehr zu einer Geldpolitik, wie sie vor der Greenspan-Ära üblich war. Die Notenbank hält still und lässt den Konjunkturzyklus seinen Lauf nehmen, anstatt auf jede Rezession mit der Druckerpresse zu reagieren. In diesem Szenario sehen wir die klassischen deflationären Effekte eines Abschwungs, fallende Aktienmärkte, Kreditkontraktion und Edelmetalle unter Druck, weil die Liquidität fehlt und die Realzinsen hoch bleiben. Für Silber, das zur Hälfte ein Industriemetall ist, wäre das besonders toxisch. Rezessionsbedingte Nachfrageeinbrüche in der Solar-, Elektronik- und Automobilindustrie könnten den Preis trotz des bereits erfolgten Einbruchs von 121 $ auf 69 $ noch deutlich weiter nach unten drücken. Erst wenn die Rezession so tief würde, dass das Bankensystem gefährdet wäre, würden die Notenbanken gezwungen dem System erneut Liquidität zuzuführen, worauf sich das Bild für Gold drehen würde. Bis dahin bleibt der Edelmetallmarkt ein Opfer der Liquiditätskrise, nicht ihr Gewinner.
Regime-Wechsel, kein Pullback
Ich hatte in den Analysen der letzten Wochen nicht nur bei 5.400$ ein antizyklisches Verkaufssignal gegeben und ein Doppeltop im Goldpreis ausgerufen, sondern weitere Verkaufssignale vor dem Crash gegeben mit zwei Preiszielen bei 4.700 $ und folgend 4.200 $, die dann sehr schnell abgearbeitet wurden. Damit hatte ich exakt bei beiden Preishochs bei Gold ein Verkaufssignal gegeben. Meine Analysen und Prognosen dazu findet man online in Marktkommentaren und Analysen auch auf YouTube.
Was für die Masse, wie ein krisensicherer Einbahnstraßen-Trade aussah, führte zu einem historischen Abverkauf, da sich all die bullischen Narrative verkehrten, von dem Premium Abonnenten von Blaschzok Research mit Short-Trades massiv profitierten. Kurzfristig war der Goldpreis massiv überverkauft und eine technische Gegenbewegung logisch. Es handelt sich dabei jedoch nicht mehr um einen gewöhnlichen Pullback in einem intakten Aufwärtstrend, sondern um einen Regime-Wechsel. Wer darauf setzt, dass der alte Gold-Bullenmarkt einfach so weitergeht und Gold schnell wieder auf neue Allzeithochs ansteigt, dürfte eine längere Streckfolter vor sich haben. Sollten die Inflationserwartungen und Zinsen weiter ansteigen und die Kreditgeldmenge weiter kontrahieren, so droht dem Goldpreis ein weiterer Rückgang.
Die 10-jährigen US-Zinsen stiegen von 4% auf 4,33% an und der US-Dollar-Index (DXY) bleibt bei 100,5 Punkten ungebrochen stark am wichtigen Widerstand bei 100 Punkten. Sollte dieser Widerstand brechen, hätte dies einen massiven Short-Squeeze zur Folge, wobei die dann folgende Dollarstärke erneut Druck auf den spekulativ getriebenen Goldpreis ausüben würde. Die Fed sitzt in der Falle, denn der Anstieg der Inflationserwartung, ausgelöst durch einen Rohölpreis bei 100$, macht Zinssenkungen unmöglich, wobei Zinserhöhungen den Haushalt sprengen würden und ein Stillhalten die Wirtschaft erstickt. Die Fed hat sich in den letzten Jahrzehnten durch ihre QE-Programme in eine Ecke gepinselt, aus der es nun kein Entkommen mehr gibt.
Auch die vorläufigen PMI-Daten für März bestätigen das stagflationäre Bild. Der S&P Global Composite PMI fiel auf 51,4 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit elf Monaten, während die Preiskomponenten weiter auf erhöhten Inflationsdruck hindeuten. Für Gold und Silber ist das kurzfristig ein ungünstiges Umfeld: Hohe Zinsen belasten, schwächeres Wachstum dämpft die Nachfrage. Solange die Liquidität weiter zurückgeht, bleiben die kurzfristigen Risiken am Edelmetallmarkt erhöht.
ETF-Abflüsse beschleunigen sich, obwohl Sentiment noch immer extrem bullisch ist
Die institutionellen Abflüsse aus Gold ETFs unterstreichen das zunehmend schwächere Bild am Goldmarkt. Wir sehen die inzwischen sechste Woche in Folge mit Abflüssen. Seit Jahresbeginn summieren sich diese auf rund 2,5 Milliarden US-Dollar, wobei allein in der vergangenen Woche rund 1,6 Milliarden US-Dollar abgezogen wurden. Über die letzten drei Wochen belaufen sich die kumulierten Abflüsse sogar auf rund 6 Milliarden US-Dollar.
Bemerkenswert ist auch, dass das Experten-Sentiment weiterhin überwiegend bullisch bleibt, nach dem schärfsten Sell-Off seit Jahrzehnten, was als Warnsignal gelesen werden sollte. Der gemeinsame Nenner dieser Prognosen sind jedoch fragwürdige Annahmen.
Die Annahme, die Zentralbanken würden weiter Gold kaufen wie in den Vorjahren, könnte sich als falsch herausstellen, wenn Notenbanken ihre Reserven neu diversifizieren, da der wertmäßige Anteil von Gold in den letzten beiden Jahren stark gestiegen ist. Das könnte im Gegenteil dazu führen, dass die Notenbanken eine Pause einlegen und weitere Käufe in die Zukunft verschieben.
Die türkische Zentralbank hat in den ersten zwei Wochen nach Kriegsbeginn rund 60 Tonnen Gold verkauft und geswappt (8 Mrd. USD), um die eigene Währung zu stützen. Mit noch rund 135 Milliarden US-Dollar in Goldreserven hat die Türkei weiteres Verkaufspotenzial, was den Goldmarkt weiter belasten könnte, wenn der Krieg noch längere Zeit andauern wird.
Auch das Narrativ der De-Dollarisierung dürfte sich weiter in Luft auflösen, wenn der USD-Index über 100 Punkte ausbricht und zu einer Rallye startet. Der Krieg trifft besonders die Energieversorgung Asiens und Europas und anderen Teilen der Welt sehr hart, während die USA von Energieimporten unabhängig sind, was eine Erholung des US-Dollars zusätzlich begünstigen dürfte. Eine Ausweitung des Krieges könnte zudem die Golfstaaten dazu zwingen, ihre Goldreserven zu liquidieren. Beispielsweise sitzt Saudi-Arabien auf 300 Tonnen Gold. Wenn die Einnahmen ausbleiben, wird das zur Liquiditätsreserve.
Mit nun erstmals diskutierten Zinsanhebungen in den USA und Europa wird es schwer neue Käufer am Gold- und Silbermarkt zu finden, wenn der Großteil der Investoren unvermindert noch immer bullisch positioniert ist. Das Sentiment am Gold- und Silbermarkt ist noch weit davon entfernt zu kippen oder gar bärisch zu werden, weshalb es hier noch viel Korrekturpotenzial gibt, wenn der der Krieg und das aktuelle Umfeld weiter anhalten.
Man sollte sich über eine weitergehende Korrektur in den nächsten Monaten freuen und diese nutzen, um bestehende Vermögen durch den Kauf von Gold langfristig gegen Inflation abzusichern. Die Korrektur wird nur vorübergehend sein und die Notenbanken am Ende des Tages wieder die Liquidität erhöhen. Wer dann die Chance von antizyklischen Käufen nicht genutzt hat, wird seine Kaufkraft durch Inflation verlieren, während der Goldpreis seine bisherigen Allzeithochs weit hinter sich lassen wird. Premium-Abonnenten von Blaschzok Research haben beide Hochs am Gold- und Silbermarkt exakt verkauft, sodass diese nun in der komfortablen Position sind, von einem weiteren Preisrückgang zu profitieren und später günstig zurückkaufen können. Meinen Premium-Research finden Sie auf www.blaschzokresearch.de .
Technische Analyse: Korrekturziele bei Gold und Silber wurden schnell erreicht – droht eine weitere Korrektur?
Terminmarkt: COT-Report
Der COT-Report wird immer freitags seitens der US-Terminmarktaufsicht (CFTC) veröffentlicht, wobei der Stichtag der Datenerhebung der Schlusskurs vom Dienstag ist. Die COT-Daten werden also immer mit einer Verzögerung von drei Tagen veröffentlicht. Premium Abonnenten von Blaschzok Research erhalten vor Handelsschluss am Freitag ein Blitzupdate mit Analysen zu Gold, Silber und Platin. Die COT-Daten ermöglichen einen Blick in die Zukunft, da sie einerseits ein Sentiment-Indikator sind und andererseits eine gute Einschätzung des Angebots und der Nachfrage am physischen Markt ermöglichen. Mit ihnen hat man einen Vorteil im Trading am Rohstoffmarkt.
COT-Analyse vom 20. März:
Der Der Goldpreis fiel zur Vorwoche um 192 $, während die Spekulanten in der gleichen Zeit lediglich mit 4 Tsd. Kontrakten Short gingen. Allein das zeigt schon eine Schwäche. Der COT-Index zum Open Interest adjustiert stieg jedoch nur um 2 Punkte auf 34 Punkte an, was zeigt, dass die Schwäche doch ausgeprägter war und sich bereits vor dem Crash ein Überangebot am Goldmarkt gebildet hatte. Das war noch oberhalb von 5.000 $, bevor der Goldpreis dann auf 4.100 $ einbrach.
Bereits in den vier Wochen davor sah man ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage trotz der spekulativen Manie am Markt. Das war ein weiteres Warnsignal und diente uns als Indiz dafür, dass sich das tiefere Hoch bei rund 5.400 $ als Doppeltop erweisen und danach eine stärkere Korrektur folgen sollte.
Daher konnten wir auch bei 5.400 $ Short gehen und weiter shorten mit dem ersten Ziel bei 4.700 $, was wir frühzeitig getan haben. Der Crash spielte uns dann letztlich nur in die Karten, beziehungsweise in unserem bereits laufenden Trade und verstärkte unseren Profit.
Langfristiger Aufwärtstrend hat exakt gehalten
Der Crash am Goldmarkt, der stärkste Einbruch seit 43 Jahren, kam nicht aus heiterem Himmel. Andernfalls hätten wir ihn nicht so präzise auf der Shortseite traden können. Der Markt war spekulativ extrem aufgeheizt und überlaufen. Der Long Trade in Gold war so einseitig positioniert wie zuletzt Ende der 1970er Jahre. Es wurden fast nur noch bullische Szenarien eingepreist, während die Risiken vollständig ausgeblendet wurden. Nach dem ersten Einbruch wurde der Markt sofort wieder bullish und viele sahen den Goldpreis bereits auf neue Allzeithochs oder sogar auf 6.000 $ steigen. Wir hingegen hatten ein tieferes Hoch erwartet, und die Terminmarktdaten signalisierten frühzeitig ein ausgeglichenes Verhältnis beziehungsweise, gemessen an der vorherrschenden Manie, bereits eine klare Schwäche am physischen Markt.
Wir waren bei 5.400 $ antizyklisch Short gegangen und hatten dort ein Verkaufssignal gegeben. Weitere Verkaufssignale folgten mit einem ersten Ziel bei 4.700 $. In der Analyse vor zwei Wochen hatten wir zudem darauf hingewiesen, dass bei einem Bruch dieses Aufwärtstrends auch die 200 Tage Linie bei 4.200 $ erreicht werden könnte. Dort sollte eine weitergehende Korrektur letztlich auslaufen und ein mittel bis langfristig attraktives antizyklisches Kaufniveau entstehen. Der Goldpreis fiel im Tief auf 4.100 $, womit unser Kursziel innerhalb von nur anderthalb Wochen sehr schnell abgearbeitet wurde. Damit war auch der Zeitpunkt gekommen, Gewinne mitzunehmen und kurzfristig wieder auf die Longseite zu wechseln. All das war im Vorfeld angekündigt worden, nicht nur im letzten Marktkommentar. Weitere Analysen finden sich auch auf YouTube, darunter ein Trendwende Video aus dem Premiumbereich, das bereits vor dem Crash veröffentlicht wurde.
Hintergrund des Preiseinbruchs
Vor dem Crash waren sich die Investoren weitgehend einig, dass ein Krieg nur bullish für den Goldpreis sein könne. Genau deshalb wurde im Vorfeld nochmals sehr viel vorweggenommen, und jedermann ging Long. Doch anstatt weiter anzusteigen, brach der Goldpreis ein. Der Anstieg des Rohölpreises, steigende Inflationserwartungen und höhere Zinsen führten zu einer sinkenden Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen seitens der Federal Reserve und brachten neue Sorgen vor einer größeren Rezession auf den Tisch. Die Fed ist mittlerweile komplett zurückgerudert, und erste Notenbanker sprechen sogar wieder von Zinserhöhungen statt Zinssenkungen in diesem Jahr. Das zuvor bullische Narrativ für Gold hatte sich damit vollständig gedreht. Das erklärt auch, warum viele Marktteilnehmer in diesem spekulativ völlig überlaufenen Long-Trade die Reißleine zogen und verkauften. Mit Margin Calls aufgrund des Krieges hat dieser Preiseinbruch nichts zu tun, da sich die Aktienmärkte bislang relativ stabil gehalten haben.
Auch Silber hielt sich zuletzt vergleichsweise robust und lief lediglich das Tief des letzten Crashs bei 64 $ mit einem Tief bei 61 $ an. Platin und Palladium, bei denen wir ebenfalls Short waren, hatten ihre Korrekturziele erreicht und teilweise sogar unterschritten. Insgesamt ist das bullische Sentiment am Goldmarkt nun gebrochen, jedoch weit davon entfernt bärisch zu sein. Nach dem stärksten Rücksetzer seit 43 Jahren werden weitere Investoren, die von der Rallye der vergangenen zwei Jahre profitiert haben, versuchen, in neuerliche Anstiege hinein Gewinne mitzunehmen. Dies wird wahrscheinlich zu einer volatilen Phase zwischen 4.200$ und 4.700$ führen in den kommenden Wochen und Monaten.
Der Aufwärtstrend im Bereich um 4.100 $ hat zunächst gehalten, doch es ist zu erwarten, dass wir in den kommenden Wochen und Monaten einen erneuten Test dieses Trends sehen werden. Je nachdem, wie sich die geopolitische Lage zuspitzt und wie sich die Geldpolitik entwickelt, wäre in diesem Jahr auch eine weitere Korrektur bis in den Bereich um 3.500 $ möglich. Kurzfristig dürfte sich jedoch zunächst eine volatile Seitwärtsbewegung ausbilden, an der Trader ihre wahre Freude haben werden.
Wir haben in diesem Jahr die Hoch- und Tiefpunkte am Goldmarkt nahezu perfekt erwischt und mit unseren Premium-Abonnenten getradet. Ein Teil dieser Prognosen wurde auch öffentlich zur Verfügung gestellt, sodass selbst Nicht-Premium-Abonnenten mit traden konnten. Wenn Sie sich für wöchentliche Chartanalysen, faktenbasierten Research und akkurate Prognosen interessieren, registrieren Sie sich für die kostenfreie wöchentliche Analyse auf www.blaschzokresearch.de ) oder sichern Sie sich direkt das Premium Abo, mit dem Sie allein in den letzten drei Monaten genau diese hochvolatile Phase erfolgreich hätten managen und handeln können.
Goldpreis in Euro – Test des Aufwärtstrends in diesem Jahr noch möglich
Der Goldpreis in Euro fiel infolge der Euro-Schwäche nicht ganz so stark wie der Goldpreis in US-Dollar. Im letzten Marktkommentar schrieb ich, dass ein Test der 200-Tage-Linie möglich ist, was abgearbeitet wurde. Auf Sicht der nächsten Wochen und Monate wäre sogar ein weiterer Rückgang in den Bereich um 3.300 Euro je Feinunze möglich. Ausgehend vom aktuellen Niveau bei 3.900 Euro je Feinunze wäre dies nochmals ein deutlicher Rücksetzer. Dort verläuft der langfristige Aufwärtstrend und zugleich wäre die letzte Impulswelle zu einem großen Teil korrigiert, was massenpsychologisch einem idealtypischen Verlauf entsprechen würde.
Auch wenn die Zielzone bei 3.300 Euro bislang nicht erreicht wurde, ergab sich bereits an der 200-Tage-Linie ein Kaufsignal, parallel zum Kaufsignal bei Gold in US-Dollar, da der erste Aufwärtstrend sehr schnell erreicht wurde. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass der Goldpreis in Euro die Marke von 4.100 Euro auf Sicht der nächsten Wochen nachhaltig überwinden kann. Wahrscheinlicher ist, dass ein Test dieses Niveaus scheitert und eine weitere Korrektur nach sich zieht.
Insgesamt ist nach dem sehr sauberen Doppeltop am Goldmarkt, nach einem zweijährigen Anstieg, davon auszugehen, dass es mindestens mehrere Monate dauern dürfte, bis ein nachhaltiger Boden gefunden wird und das Sentiment wirklich am Boden ist. Ein Test des langfristigen Aufwärtstrends im Bereich um 3.300 Euro je Feinunze bleibt auf Sicht der nächsten Monate weiterhin durchaus möglich. Die Geldpolitik und die Lage im Mittleren Osten müssen dabei weiter genau beobachtet werden, doch aktuell erscheint dies als das wahrscheinlichste Szenario zu sein.